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GRIECHISCHES LEBEN

Philhellenismus – Teil 2

Freundschaft zum Griechentum heute

Brauchen wir heute noch Philhellenen im vereinten Europa? Und: Brauchen die Griechen "selbster- nannte" Griechenfreunde? Gewiss, jeder braucht Freunde – vor allem, wenn es notwendig ist, in der Fremde heimisch zu werden. Friedrich Schiller sagte: "Achtung ist der Freundschaft unfehlbares Band". Dieses Motto gilt im privaten wie im öffentlichen Leben.

In diesem Sinne und mit Interesse am Anderen wurden die Nachkriegsbeziehungen zwischen den Staaten aufgebaut. Im zwischenmenschlichen Bereich kommt noch Begeisterung und Liebe hinzu. Philhellenismus ist somit nichts anderes als ein ständiger und spannender zwischenmenschlicher Austausch – sowohl in Deutschland als auch in Griechenland, im Alltag wie im Urlaub. Auf der offi- ziellen Ebene ist es nicht anders, Philhellenen sind in allen politischen Kreisen zuhause. Im kommu- nalen Bereich geht es um die orthodoxe Kirche, griechische Schulen und muttersprachlichen Unter- richt. Eine besondere Bedeutung für den freundschaftlichen Austausch auf politischer Ebene haben die deutsch-griechischen Parlamentarier im Bundestag und ihr Pendant in der Vouli. Sie sind An- sprechpartner für zwischenstaatliche Fragen und Projekte sowie für die allgemeine Zusammenarbeit der Länder auf EU- und NATO-Ebene. Eine erfolgreiche Abstimmung erfolgte bei der Ausbildung und Unterstützung der griechischen Grenzpolizei, bei der Bekämpfung von Drogenhandel und Waffen- schmuggel, dem Kampf gegen die organisierte Kriminalität, der Frage der illegalen Flüchtlinge und in der Abstimmung des schwierigen Verhältnisses zum Nachbarn Türkei. Immer wieder muss dabei auch in Deutschland das politische Bewusstsein geschärft, Zusammenhänge aufgezeigt und Ver- ständnis geweckt werden. Die deutsch-griechischen Parlamentarier sind echte Philhellenen moderner Prägung, Lobbyisten Griechenlands eben. In Deutschland existieren 45 philhellenische Gesellschaf- ten (www.vdgg.de). Natürlich müssen heutzutage nicht mehr Neuankömmlinge aus Griechenland in Empfang genommen werden. Es gibt auch keinen Bedarf mehr für private Straßenbauprojekte auf den Kykladen etwa oder Initiativen für die Installation von Wasserleitungen zu entlegenen Dörfern. Aber die Unterstützung für die griechische Freiwillige Feuerwehr und die Förderung von Vereinsgrün- dungen ist nach wie vor aktuell. Ebenso wichtig ist auch die Vermittlung eines authentischen Grie- chenlandbildes. Wir brauchen keine Besserwisserei, sondern Verständnis und Argumente. Und gute Verbindungen, um sie an die Frau/ den Mann zu bringen. Dafür braucht man Philhellenen. ◊ WW

Ehemaliger Königspalast von Otto I. – Das Griechische Parlament am Syntagma-Platz in Athen

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