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REISE

Urlaubsziel | Städtereise Thessaloniki

Die reinste Lebenslust

Lange Zeit stand Thessaloniki, Hauptstadt der Region Makedoniens und zweitgrößte Stadt Griechen- lands im Schatten Athens. Zu Unrecht! Denn schon der Anflug auf die legendäre Hafenstadt ist atem- beraubend. Riskiert man einen Blick aus dem Fenster kann man sich ihrem Charme kaum entziehen. Wie ein Amphitheater schmiegt sie sich an den blitzblauen Thermaischen Golf und erstreckt sich hoch hinauf, bis an den Fuß des Chortiatis Gebirges.

Dazwischen findet man unzählige Zeugnisse der Antike und der darauf folgenden Epochen. Die Anti- ken Spuren dieser Stadt reichen bis 315 v. Chr. zurück. In der Zeit gründete König Kassandros die Stadt und taufte sie nach seiner Frau Thessaloniki einer Halbschwester Alexanders des Großen. Die nachfolgenden wechselnden Herrscher hinterließen Spuren, die heute noch beeindrucken. Diese Mo- numente, prächtige Kirchen, Klöster, Museen und imposante Triumphbögen aus der Geschichte die- ser Millionenmetropole vermischen sich mit lebendigen Märkten, Tavernen, Cafés und Neubauten und laden zu einem unvergesslichen Aufenthalt ein. Doch man würde dieser Stadt nicht gerecht, wollte man sie nur auf ihre Geschichte reduzieren. Thessaloniki ist eine moderne und jugendliche Stadt die sich ständig weiterentwickelt. Sie ist auch bekannt für ihre Messen, Kunstgalerien und für ihre aktive künstlerische Alternativszene. Sie besitzt mit der Aristoteles Hochschule die größte Uni- versität des Landes, welche auch zum internationalen Flair der Stadt beiträgt. Bedeutend ist noch die Aufnahme der UNESCO als Weltkulturerbe, die Ernennung als Kulturhauptstadt Europas 1997 und
die erst vor kurzem verliehene Auszeichnung, als eine der interessantesten Städte Europas. Und sie macht sich noch attraktiver mit aufwendigen Renovierungen von Häusern, Hotels, Straßen und dem-

Ladadika – Liebevoll restauriertes Arbeiterviertel

nächst mit der Fertigstellung der Metro 2012. Gleich zu Beginn der Hafenpromenade erlebt man das ehemalige Viertel der Olivenölhänd- ler "Ladadika", welches mit seinen kleinen restaurierten Häusern erst am Abend erwacht und sich mit Leben füllt. Man genießt seinen Kaf- fee am Aristoteles Platz, umgeben von Kolonialbauten und herrlichem Blick auf den Thermaischen Golf. Man shoppt auf einer der vielen no- blen Einkaufstrassen, flaniert auf breiten Boulevards und bewundert die geschmackvoll gestalteten Schaufenster. Man stärkt sich in den ältesten Ouzerien der Stadt am Modiano Markt und öffnet seine Sinne für die würzigen Aromen und die Augen für das entspannte bunte

Aristoteles-Platz – Kolonialbauten am Platz der Plätze

Treiben. Man durchstreift die engen Gassen des alten Stadtviertels Ano Poli und taucht in die faszinierende Vergangenheit der Stadt ein. Man gönnt sich ein romantisches Abendessen in den besten Tavernen an der alten byzantinischen Mauer und genießt den außergewöhnli- chen Ausblick. Immer wieder eröffnet sich einem ein neuer Blickwin- kel für eine interessante Begegnung in dieser Stadt. So ein Spazier- gang gleicht einer Zeitreise. Vergangenheit und Gegenwart, Okzident und Orient treffen ebenso aufeinander wie traditionelle Tavernen und kleine Geschäfte zwischen modernen Hotels und schicken Bars. Am Abend hat man dann die Qual der Wahl sich zwischen den zahlreichen Hotspots zu entscheiden. Entlang der Uferpromenade, immer im Blick

Der Weiße Turm - Wahr- zeichen von Thessaloniki

das Wahrzeichen der Stadt "Der Weiße Turm", gibt es zahlreiche Ca- fés und Bars, die sich wie eine Perlenkette aneinander reihen. Bar- und Restaurantboote am Yachthafen, die zu später Stunde in See ste- chen oder elegante Restaurants, klassische Tavernen und Ouzerien, die den Besucher wie ein roter Faden durch die Stadt führen. Ebenso ein fester Bestandteil des Nachtlebens sind die zahlreichen Lokale rund um die Universität, die viele junge Leute aus ganz Griechenland anzieht. Die ganze Nacht lang wird gut gegessen, getrunken, viel ge- tanzt und gelacht, eben griechisch gelebt, so lange bis die Sonne wie- der aufgeht. Fazit: Wer Griechenland kennenlernen möchte, kommt um Thessaloniki nicht herum. Sie ist wohl die authentischste Stadt Griechenlands und zeigt bei Tag und bei Nacht ihr schönstes Gesicht.
Dem Charme und der offenen, lebenslustigen und gastfreundlichen Art der Stadtbewohner kann man nicht widerstehen. Selbst ein Kurztrip und sei es auch nur ein ver- längertes Wochenende (Flugdauer ca. 2 Std.), lohnt sich, um diese pulsierende Stadt zu erleben. Ob man Kultur, Nightlife oder einfach nur eine kulinarische Reise genießen möchte, diese Stadt bietet für jeden Geschmack mehr als genug. Thessaloniki ist die reinste Lebenslust. ◊ E. Paraskevaidou


Wissenswertes:
"Und Ihr Name sei Thessaloniki" sprach König Philipp II. nach der Geburt seiner ersten Tochter, Schwester Alexanders des Großen. Später heiratet Kassandros, General unter Alexander und dessen Nachfolger auf dem Thron, die Prinzessin und gab der von ihm gegründeten Stadt ihren Namen (316-317 v.Chr.).

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