magazin-botschaft.de - Das Magazin f?r Griechen und Freunde Griechenlands

Platon antwortet...

In eigener Sache | von Konstantin Paraskevaidis

"Das Urteil der Menge mache dich im- mer bedenklich, aber niemals verzagt." Platon (427-347 v. Chr.)

Liebe Griechinnen und Griechen! Ich bin es Leid, die folgenden zwei Fragen von Ihnen gestellt zu bekommen: "Warum macht er das Magazin? Was hat er davon?" Ich frage Sie liebe Leserinnen und Leser: "Warum stellen diese Fragen nur Griechinnen und Griechen, warum nicht unsere Leserinnen und Leser anderer Nationalitäten?"

Doch zunächst einmal möchte ich im Schnelldurchlauf einige andere, leicht zu beantwortende Fragen klären: Ja! Die Idee zum Magazin und seiner Gestaltung stammen ausschließlich von mir und ich bin einzig und allein für die Inhalte verantwortlich. Ja! Ich schreibe meine Texte selbst. Ja! Es wird wei- terhin nur auf Deutsch erscheinen, weil in Deutschland genug griechische Magazine auf Griechisch erscheinen und diese unsere Mitbürger anderer Nationalitäten und unsere zweite und dritte Genera- tion Griechen nicht erreichen können. Ja! Im Service- und Adressverzeichnis sind ausschließlich Ver- teiler aufgelistet, die bereit sind, das Magazin zu unterstützen und es zu verbreiten. Ja! Die Einträge sind kostenlos und wurden von meiner Redaktion mühsam aus Telefonbüchern und dem Internet rausgesucht. Ja! Griechische Unternehmer und Selbstständige, die nicht aufgeführt sind, haben wir entweder in den Telefonbücher nicht ausfindig machen können oder sie waren nicht bereit, für das Magazin als Verteiler zu fungieren. Das ist ihr gutes Recht.

"Warum macht er das Magazin?"

Ein weiterer weiser Spruch von Platon sagt:

"Liebe ist in dem der liebt, nicht in dem, der geliebt wird."

Und ich liebe dieses Magazin und die damit verbundene Arbeit, weil es eine Botschaft hat. Deswegen mache ich es. Ob ich es gut mache oder nicht, müssen andere beurteilen, denn ich habe es nie ge- lernt. Ich fühlte mich nicht dazu berufen, sondern als Patriot sogar dazu gezwungen, es herauszuge- ben, weil es eben kein Anderer bislang gemacht hat und weil es nötig und längst überfällig war! Es war nötig, uns Griechen nach nunmehr 50 Jahren in Deutschland endlich so zu präsentieren, wie wir wirklich sind. Und es war nötig, unsere Gastarbeitergeschichte aufzuarbeiten, damit sie unsere jun- gen Griechen der zweiten und dritten Generation erfahren und verstehen. Es war nötig, unser Selbstbewusstsein zu stärken – und unsere Kultur und Wurzeln, auf die wir stolz sein können. Und
es war nötig, dies vor allem auch unseren deutschen Mitbürgern und Freunden zu erklären, da sie meistens so gut wie gar nichts von uns wissen. Weil wir eine kleine und unauffällige, zwar gut inte- grierte, aber auch stille Minderheit sind. Wer von unseren Mitbürgern noch nicht in Griechenland war oder unsere Geschichte studiert hat, weiß meist nur, dass wir ein Urlaubsland mit antiker Geschichte sind und Giros und Zaziki verkaufen.

"Was hat er davon?"

Diese Frage kann ich ganz einfach beantworten: Finanziell (und darauf spielt diese Frage ja offen- kundig an) gar nichts! Denn das Magazin wird kostenlos verteilt und finanziert sich ausschließlich aus dem Anzeigenverkauf. Ich bekomme keine finanzielle Unterstützung. Somit ist es einzig und allein auf Anzeigenkunden angewiesen, die mit ihrer Werbung nicht mich finanzieren, sondern das Magazin am Leben erhalten. Und dafür bin ich Ihnen dankbar! Das Magazin ist so kalkuliert, dass nur so viele Werbeanzeigen eingebaut sind, wie benötigt werden, um die Kosten zu tragen, ohne dabei auf Ge- winn ausgerichtet zu sein. Denn darauf kommt es mir nicht an! Leider können sich einige griechische Mitbürger aus unserer Gemeinschaft einfach nicht vorstellen, dass jemand etwas uneigennützig und zum Wohle der Gemeinschaft tut, ohne dabei in erster Linie an das Finanzielle zu denken. So kommt es, dass einige, allen voran griechische Gastronomen, die mich persönlich auch als Gastronom ken- nen (was kein Geheimnis ist), das Gerücht in die Welt setzen, das Magazin sei ein Trojaner und nur als Werbung für mein Restaurant aufgebaut – frei nach Homer:

"Fürchte dich vor Griechen, die mit Geschenken kommen!"

Ich frage zurück: "Warum bewerbe ich dann andere Restaurants und stelle sie 20.000 Lesern vor, ohne mein eigenes zu erwähnen oder prominent zu präsentieren? Es gäbe Alternativen: Für die Summe, die jede Ausgabe kostet, könnte ich sogar Fernsehwerbung für mein eigenes Restaurant schalten. Vom persönlichen Einsatz und Arbeitsaufwand, den ich für das Magazin aufbringen muss, ganz zu schweigen. Kurzum: Ich wäre ein unfähiger Kaufmann und armeseliger Gastronom, wenn ich das unternehmerische Risiko in Kauf nehmen und diesen Aufwand betreiben würde, nur um in meinem Restaurant mehr Giros verkaufen zu können! In diesem Sinne, liebe Griechinnen und Grie- chen: Ich mache es aus Liebe und Patriotismus – und weil es mir große Freude bereitet!

Werbung