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REISE

Urlaubsziel | Städtetour Athen

Die Wiege der Kultur

Endlich oben angekommen… Den Fußmarsch auf den Lykabettos-Hügel, vorbei an aromatisch duf- tenden Kiefern sollte man nicht unterschätzen. Am besten man setzt sich erstmal - nur ein paar Mi- nuten - und lässt Athen auf sich wirken!

Athen und seine Akropolis - Zwei Schönheiten mit Weltruf

Man hört das Lachen von Kindern, das Aufheulen der Motoren, das Hupen und Schimpfen der Taxi- fahrer, man lauscht den Gesprächen aus den Straßencafés und dem verführerischen Klakkern der Eiswürfel im Ouzo Glas… zugleich genießt man das imposante Panorama auf eine der vitalsten Me- tropolen Europas. Klar erkennbar erstreckt sich die Stadt mit einigen grünen Oasen dazwischen,
auf drei Seiten in Richtung Gebirgszüge und auf der vierten über den Hafen Piräus bis zur Ägäis.

Es gibt zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr viele Metropolen, deren architektonischer Blick- fang älter ist als die christliche Zeitrechnung. Athen aber wird noch immer von der Akropolis be- herrscht.

Amphitheater-Theater - Hohe Baukunst mit Weitblick

Man kann den Blick schweifen lassen, das Parla- ment suchen, die Universität oder sein Hotel am
Ende aber kann man gar nicht anders, als wieder zurück zu ihr schauen. So sitzt man hoch oben
auf 277 Meter und betrachtet die Stadt aus der Vogelperspektive. Aus dieser Sicht erst erkennt man ihre monumentale Größe und ahnt, wie sich Antike, Gegenwart und Zukunft in Griechenlands Haupt- stadt auf unvergleichbare Weise vereint haben.

Wer das letzte Mal vor zehn Jahren in Athen ge- wesen ist, wird die Stadt kaum wiedererkennen.
Was hat sich geändert? Es hat eine positive Ver- wandlung und Weiterentwicklung gegeben. Athen

Erechtheiontempel - Korenhalle auf der Akropolis

möchte nicht mehr nur als Metropole der Antike bewertet werden oder als Durchreisestadt für Ur- lauber, die über Piräus auf die zahlreichen Inseln verschwinden.

Neben dem Bau der neuen Autobahn und der Um- leitung des Verkehrs aus der Innenstadt hat man
es nicht nur geschafft, die Straßen der Stadt si- cherer und die Luft sauberer zu machen, sondern auch das Fortbewegen mit dem Auto, dem Bus
oder dem Taxi leichter gemacht. Mit der Erweite- rung und dem Ausbau der Metro hat man auch
hier nicht nur die Fahrt von Flughafen zum Hafen erleichtert, sondern den Besuchern auch die bis- lang weniger bekannten Stadtviertel eröffnet.

Viertel wie Gazi oder Psirri haben sich zu Szene-

Trappe til Lykabettos - Auf dem Weg zu Athens Gipfel

vierteln entwickelt. Sie beherbergen international bekannte Galerien in umgebauten Fabriken und locken mit schicken Bars, Restaurants und elegan- ten Geschäften. Das Viertel Excharia hat die alter- native Szene für sich eingenommen und nebenan, im Kolonaki zeigt sich Athen gestylt und kosmopo- litisch. Dort trinkt die Athener Schickeria ihren Ca- fé, haben namenhafte Designer ihre Outlet-Stores und griechische Topdesigner ihre Ateliers. Überall sind neue Einkaufszentren und attraktive Fußgän- gerzonen entstanden. In den kleinen Werkstätten an der Straße Ermou und Athinas werden Schuhe gefertigt und Lederjacken genäht. Museen wurden renoviert, erweitert oder neu gebaut. Ebenso zahl- reiche Hotels. Traditionelle Tavernen wechseln sich ab mit kleinen exklusiven Restaurants, die feine mediterrane Küche servieren. Manche von ihnen wurden sogar mit Michelin Sternen ausgezeichnet.

Natürlich ist das "alte Athen" nicht plötzlich ver- schwunden. Die Akropolis ist immer noch das Wahrzeichen der Metropole, der Syntagma Platz noch immer das Herz Athens und Anafiotika eines der reizvollsten Viertel. Natürlich steht auch noch der Parthenon, selbstverständlich drängen sich Touristen auch weiterhin am Theater des Herodes Attikus und der antiken Agora. Und ohne Frage strömen noch immer ganze Busladungen in die Res- taurants der Plaka unterhalb der Akropolis.

Athen ist eine Stadt der verschiedenen Aspekte und Ansichten. Scheinbar mühelos verbindet sie
das klassische Erbe mit der lebensfrohen Gegenwart, ohne das Alte vom Neuen zu trennen. Irgend- wie hat alles seinen Platz und seine Berechtigung: Hochhäuser neben einer Byzantinischen Kirche, ein modernes Kino neben einer römischen Ruine, ein neues Kaufhaus neben alten Villen. Alles geht reibungslos ineinander über und man bekommt das Gefühl, als wäre man auf einer faszinierenden Zeitreise.

Wer eine andere kulturelle Seite der Stadt erleben möchte, wird nicht enttäuscht werden. Neben Ki- nos, Theater und Konzertveranstaltungen bietet Athen (wahrscheinlich mehr als jede andere euro- päische Hauptstadt) ein überaus lebendiges und vielseitiges Nachtleben. Neben Rebetatika, Bouzou- kia und traditionelle Musiktavernengibt es Launch-Bars, Jazz-, Salsa- und Szene- Clubs, in denen man zu aktuellen Hits aus aller Welt bis in die Morgenstunden feiern und tanzen kann.

Wenn die heiteren Melodien am frühen Morgen verstummen und die Stadt den Eindruck macht nie- mals zu schlafen, dann gibt es nichts Schöneres als den Tag auf dem Lykabettos Hügel zu begrüßen. Denn nur für diesen einen Moment wird es kühl in Athen und die Brise vom Saronischen Golf frischt angenehm auf. ◊ EP

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