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GRIECHISCHE KÜCHE

Griechische Restaurants in Hannover
Lukullus | Platon | Castello


Lukullus

Der Kult-Grieche

Der römische Feldherr und Konsul Lucius Licinius Lucullus (117-57 v. Chr.) war bekannt für seine üppigen Gelage. Wie die lukullischen Genüsse der Neuzeit schmecken, das kann man in diesem griechischen Restaurant im Stadtteil Ahlem erleben.

Lukullus im Stadtteil Ahlem - Der gemütliche Grieche mit lauschigem Biergarten

Die fast 200 Jahre alte und denkmalgeschützte Fachwerkremise etwas abseits der Hauptstraße ist recht stilvoll eingerichtet: Alte Möbelstücke und antike Spiegel zwischen dunklen Holzbalken span- nen einen behaglichen Bogen zwischen Jugendstil und Laura Ashley und laden ein zu zwangloser Gemütlichkeit. 1971 hat Gründungsvater Apostel dieses schmucke Lokal mit dem schattigen Bier- garten davor eröffnet und bis zum Jahre 2000 geführt. Danach kam die zum Ende weniger erfolg- reiche Zeit eines Pächters, bis schließlich die Familie Kapsalis (die zuvor bereits bei Apostel tätig war) 2007 die Leitung übernahm und das Restaurant wieder auf den richtigen Kurs brachte. Seit- dem geht es spürbar bergauf und die Qualität auf dem Teller und am Tisch wird dem eigenen An- spruch, ein Gourmet-Grieche zu sein, nun wieder ge- recht. Ihr Talent zeigt die hellenische Küche beson- ders bei den Grill-Gerichten mit Fisch, Meeresfrüch- ten und Lamm vom glühenden Lavastein. Allein der Lachs mit Olivenöl und trockenem Weißwein und die Lammkoteletts mit selbst gemachter Kräuterbutter und grünen Bohnen sind einen Aus- flug nach Ahlem wert. Ab Herbst soll das lukullische Repertoire übri- gens noch um einige Mezedes (landestypische Vor- speisen) erweitert werden. ◊ MK


Hinweis:
Lukullus
Wunstorfer Landstr. 47
30453 Hannover-Ahlem
Tel. 0511/ 48 24 71

Öffnungszeiten:
tägl. 12-15 und ab 17 Uhr


Platon

Kleefelds gute Stube

Platons gute Stube – Der Klassiker in Kleefeld

Das Stadtteil-Restaurant mit der gemütli- chen Wohnzimmer-Atmosphäre ist bei sei- nen Stammgästen aus der Nachbarschaft hoch geschätzt. Einige von ihnen kommen übrigens nicht nur zum Essen, sondern auch zum Tanzen.

Jeden zweiten Freitag im Monat trifft sich die hiesige Deutsch-Griechische Gesell- schaft in dem kleinen griechischen Gast- haus am Kleefelder Bahnhof, um im Fest- saal am elektrischen Kaminfeuer ihre tra- ditionellen Tänze aufzuführen. Wer authen- tische Folklore und hellenische Lebensfreu- de hautnah erleben will, sollte für diese Abende seinen Tisch frühzeitig reservieren. Und wer dazu die wahre Landesküche ken- nenlernen möchte, sollte bei der Gelegen- heit auch gleich die üblichen Pfännchen-Gerichte und Hermes-, Helena- oder Herkules-Grillplatten ig- norieren und sich auf unsere Empfehlung verlassen: Probieren Sie mal das Orangen-Estragon-Hühn- chen, die Schweinefilet-Medaillons in Weißwein-Salbei-Sauce oder die mit Feigen gefüllten Seezun- genröllchen – allesamt Leckerbissen, die nach altem Familienrezept zubereitet werden. Und für die

Feststimmung – Am Kamin

kommenden kühleren Jahreszeiten gibt es auch noch zwei kulinarische Tipps von Emmanouel und Jennifer Vassilakis, die das Lokal von Christos Poulopoulos gepachtet haben:
Für den Herbst das Stifado vom Feldhasen und für die Vor- weihnachtszeit den Wildschweinbraten aus dem Ofen. ◊ MK


Hinweis:
Platon
Berckhusenstr. 31
30625 Kleefeld
Tel. 0511/ 55 79 88

Öffnungszeiten:
tägl. 12-14.30 und ab 17.30 Uhr


Porträt - Emporio

Der Ölprinz aus Drama

Ioannis Panagiotou betreibt in Hannover-Anderten einen Großhandel für griechische Lebensmittel. Das Ein-Mann-Unternehmen mit zwei Mitarbeitern und drei Lieferwagen floriert. Erstaunlicherweise, denn der ehemalige und eloquente Steuerberater aus dem nordgriechischen Drama ist ein anachro- nistischer Unternehmer im hochtechnisierten 21. Jahrhundert: Er arbeitet ohne Computer, dafür
aber mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäfte und einem geschickten Händchen für Handel.

Ioannis Panagiotou – Handelt mit Olivenöl und Weinen aus Griechenland

Das vermeintlich größte Kapital des stets schick gekleideten 45jährigen ist sein un- trüglicher Instinkt für Qualität. 1992 kam Jannis nach Deutschland – "wegen einer Frau", wie er verrät. Damals hat er in Han- nover noch als Kellner gejobbt und schnell mit sicherem Auge erkannt, dass der hie- sigen Gastronomie etwas fehlte: gutes Oli- venöl, guter Schafskäse und guter Wein. "Also hab‘ ich kurzerhand einen LKW ge- mietet, bin nach Griechenland gefahren, hab‘ die Sachen nach Deutschland ge- bracht und verkauft", erzählt der Self- made-Importeur. Fünf Jahre später grün- det Jannis seine Firma "Emporio" (sinni- gerweise ein altes griechisches Wort für "Handel"), kauft und verkauft nach wie vor fast nur übers Telefon und besiegelt Ver- träge wie nach alter Sitte mit Handschlag. Immer nach dem Motto: Ein Mann, ein Wort. Dazu braucht es keine eMail oder SMS, ohne die andere nicht überleben könnten. Mittlerweile beliefert "Emporio" die besten Adressen der Stadt: Gourmet-Restaurants wie Ekkehard Reimanns "Clichy" in der List und "Die Insel" von Norbert Schu am Maschsee beziehen von Jannis erstklassige Weine von kleinen griechischen Winzerbetrieben (die noch die alten Rebsorten in ihren Weinbergen anbauen) und aus- gezeichnetes Olivenöl aus Kreta. Kenner meinen, das grüne Gold von "Terra Creta" sei das beste diesseits und jenseits der Akropolis. Deshalb hat Jannis sich dafür nicht nur den Alleinvertrieb für Hannover gesichert, sondern auch gleich einige Anteile an diesem Unternehmen gekauft. Für die nahe Zukunft denkt Ioannis Pa- nagiotou an Expansion: Er plant (vermutlich mit dem Telefon) die Gründung einer eigenen Produk- tionsfirma, die dann die europäischen Nachbarländer Deutschlands mit griechischer Feinkost belie- fert. ◊ MK


Hinweis:
Emporio
Gollstr. 19
30559 Anderten
Mobil: 0163/ 867 25 96

Öffnungszeiten:
für Privatverkäufe nur nach Vereinbarung geöffnet


Vassili Vassiliou

"Ich kann nicht Griechisch kochen"

Castello-Chef Vassili Vassiliou – Schwer verliebt in Italien

Der 38jährige Grieche mit dem Charakter- kopf führt eines des besten italienischen Restaurants in Hannover, spricht drei Spra- chen – und hatte früher blonde Haare.

Letzteres würde man wohl ebenso wenig vermuten wie die Tatsache, dass er beim besten Willen nicht Griechisch kochen kann. Sagt er selbst. Vassilis Eltern kamen mit der ersten Gastarbeitergeneration aus Kreta nach Deutschland, er wurde in Han- nover geboren und ließ sich von Pater Ge- rasimos trauen. Aber wenn’s ums Essen, ums Leben und die Liebe geht, dann ist Ita- lien seine Wahlheimat. "Ich werde oft ge- fragt, wo ich mich zuhause fühle", erzählt Vassili. "Das ist schwer zu beantworten, denn in Deutschland bin ich der Grieche, in Griechenland der Deutsche und in Italien denken sie immer, ich sei Italiener." Ver- antwortlich dafür ist seine italienische Frau Flavia (mit der er seit 2004 das "Ristorante Castello" in Herrenhausen führt) sowie sein Schwager Flavio (der ihm die feine italienische Küche beigebracht hat). "Integration war für mich nie ein The- ma", erklärt Vassili weiter. "Ich bin mit Griechen, Türken, Deutschen und Italienern aufgewachsen und immer gut behandelt worden. Wir Ausländerkinder, die hier groß geworden sind, haben doch das Glück, aus beiden Kulturen das Beste mitnehmen zu können. Bei mir kam sogar noch eine dritte hinzu – die italienische." ◊ MK


Castello - Ein feines Ristorante


Hinweis:
Ristorante Castello
Alte Herrenhäuser Str. 24
30419 Hannover
Tel. 0511/75 12 89
www.castello-hannover.de

Öffnungszeiten:
tägl. 12-15 und 18-23 Uhr

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