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GRIECHISCHES LEBEN

Philhellenismus

Freundschaft zum Griechentum

Der Begriff "Philhellenismus" ist sehr alt, bereits im Altertum wurden Freunde Griechenlands als Philhellenen bezeichnet. Seine Blüte erlebte er während der Renaissance bis hinein ins 18. Jahr- hundert. Damals verstand man darunter die Beschäftigung mit dem klassischen Griechenland.

Große griechische Denker wie Aristoteles, Sokrates und Platon wurden im Westen Europas quasi
neu entdeckt. Große deutsche Dichter wie Hölderlin, Goethe und Schiller sensibilisierten in ihren Werken eine breite Öffentlichkeit für Griechenland, während andere griechische Gedichte und Lie-

Schriftsteller - Victor Hugo

der ins Deutsche übersetzten. Reisen in das von den Türken be- setzte Land fanden indes so gut wie nicht statt. Große Philhellenen dieser Epoche waren auch Victor Hugo, Wilhelm von Humboldt,
König Ludwig I. von Bayern sowie Lord Byron. 1821 gab es in vie-
len europäischen Staaten eine mächtige philhellenische Bewegung. Man war der Auffassung, dass man den Griechen die europäische Kultur verdankt. Somit war die Solidarität mit Griechenland eine Dankesschuld, die es einzulösen galt. Nach der griechischen Revo- lution am 25. März 1821 kam es in Europa zu einer Welle der An-
teilnahme und Unterstützung. Vor allem in Deutschland wurden philhellenische Vereine gegründet und Spenden gesammelt. Der
Mut der Griechen und ihr unbändiges Verlangen nach Freiheit faszi- nierten die europäischen Liberalen. München entwickelte sich zu
einer Metropole des Philhellenismus. Dort wurde 1821 auch die

Dichter - Lord George Gordon Byron

"Deutsche Freiwilligenlegion" gegründet, die mit 250 Mann nach Griechenland zog und im Mai 1822 an der Befreiung der Akropolis beteiligt war. Nach hohen Verlusten zogen sich die kämpferischen Philhellenen Ende 1822 wieder aus Griechenland zurück. Erst 1826, als ganz Europa die heldenhafte Verteidigung der Stadt Mesolonghi verfolgte (in deren Verlauf Lord Byron an Sumpffieber den Tod
fand), entsandte Bayern wieder einige "Militärbeobachter". Was ge- schah danach mit den Philhellenen? Hierzulande wirkten sie bis zur Revolution von 1848/1849, danach kam es zum Verbot politischer Aktivitäten. Das Bildungsbürgertum wurde zum Träger des philhel- lenistischen Gedankengutes und des kulturellen Austausches. Grie- chische Studenten kamen nach Deutschland, deutsche Wissen- schaftler arbeiteten in Griechenland. 1956 schlossen die junge Bun- desrepublik Deutschland und Griechenland ein Kulturabkommen, in dessen Folge Deutsch-Griechische Gesellschaften und Vereine ge-

1826 - Die Schlacht bei Mesolonghi

gründet wurden. Seither arbeiten in Deutschland lebende Griechen und Deutsche gemeinsam am gegenseitigen Verständnis. ◊ WW


Hinweis:
Deutsch-Griechische Gesellschaft Hannover e.V.
Doris und Wolfgang Wünsch (Gastautoren)
Martinstr. 2A, 30659 Hannover
Tel. 0511/ 649 77 27
www.dgg-hannover.de

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