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Zur Person

Rechtsanwältin Dr. Dimitra Tekidou-Kühlke


Dr. jur. Dimitra Tekidou-Kühlke hat in Griechenland, Deutschland und Großbritannien studiert. Sie
ist als Rechtsanwältin bei der Rechtsanwaltskammer von Thes- saloniki und Celle zugelassen. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sind grenzübergreifende Rechtsfragen. Desweiteren arbeitet als allgemein beeidigte Dolmetscherin und Über- setzerin für die griechische und englische Sprache für die Gerichte und Notare des Landgerichtsbe- zirks Hannover.


Hinweis:
Rechtsanwaltskanzlei
Kühlke & Nordhorn
Georgswall 3
30159 Hannover
Tel. 0511/ 98 47 47 47
www.nordhorn-kuehlke.de

Rechtsberatung | Ein Leitfaden

Die deutsch-griechische Eheschließung

Eine der interessantesten Fragen bei einer deutsch-griechi-
schen Eheschließung ist, welchen Nachnamen die Eheleute
nach der Eheschließung führen können. Diese Frage wird in beiden Rechtsordnungen unterschiedlich beantwortet.

Die Suche nach dem anwendbaren Recht in Bezug auf den Nachnamen der Eheleute nach der Eheschließung ist für die Verlobten von großer Bedeutung. Der Wunsch einen ge-
meinsamen Ehenamen zu führen, der beiden Verlobten in
den meisten Fällen als sehr wichtig erscheint, ist nicht im-
mer einfach zu erfüllen.

Kommt das deutsche Recht zur Anwendung, muss eine Re- gelung über einen gemeinsamen Familiennamen getroffen
werden. Zum Ehenamen können die Ehegatten durch Erklä-
rung gegenüber dem Standesbeamten den Geburtsnamen
der Frau oder des Mannes bestimmen. Der Ehegatte, dessen Geburts- name nicht Ehename wird, kann seinen Geburts- namen voranstellen oder anfügen. Ein gemeinsamer Dop- pelname kann nicht gewählt werden.

Diese Möglichkeit besteht nicht, sobald die Eheschließung griechischem Recht unterliegt. In Griechenland wird grund- sätzlich kein Ehename vorgesehen. Bis vor kurzem galt,
dass sich der Familienname der Eheleute nach der Eheschlie- ßung nicht änderte. Diese Regelung galt nur für die Ehen, die nach Inkrafttreten des Gesetzes 1329/1983 geschlossen wur- den. Seit Ende 2008 wurde das mit dem Gesetz 3719/2008 soweit modifiziert, dass jeder der Eheleute nach der Ehe- schließung den Nachnamen des Ehepartners seinem Nachna- men hinzufügen kann. Die griechische Regelung ist auch nach Inkrafttreten des Gesetzes 3719/2008 zwingendes Recht, so dass die Eheleute keine abweichende Vereinbarung treffen können. Die Eheleute bestimmen auch den Nachnamen der Kinder. Dieser muss der gleiche für alle Kinder sein und be- steht aus dem Nachnamen des einen Elternteils oder einer Kombination beider Nachnamen.

Das deutsche Recht kommt bei einer deutsch-griechischen
Ehe nur zur Anwendung, wenn diese in Deutschland vollzo-
gen wird. Wollen hingegen zwei Griechen die griechische Re-
gelung umgehen, in dem sie auch vor dem deutschen Stan- desamten heiraten, so haben sie eine Fehlkalkulation getrof-
fen, denn der deutsche Standesbeamte muss die griechische Regelung anwenden. ◊ Dr. jur. Dimitra Tekidou-Kühlke

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