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GRIECHISCHE KULTUR

Musizierende Rembetes - Filmszene aus den 60er Jahren

Rembetiko

Der sinnliche Blues der Griechen

Der Rembetiko ist Teil der nationalen Identität und das soziale Gedächtnis Griechenlands.

Eine schwermütige Musik übers Leben, das Leiden und die Liebe – erfunden und ge- sungen von Outlaws, Kiffern und Zuhältern in schummrigen Kaffeehäusern und herun- tergekommenen Kneipen. Sie nannten sich Rembetes, (ein Begriff aus dem Türki- schen, der so viel wie "Rebell" bedeutet) und waren griechische Flüchtlinge, die 1922 nach dem letzten Krieg zwischen der Türkei und Griechenland aus (dem heutigen Izmir) und anderen Orten Kleinasiens in die Ar- menviertel von Athen, Piräus und Saloniki vertrieben wurden. Gesellschaftliche Aus- senseiter, die dort eine eigene Subkultur gründeten, indem sie ihre orientalische Musik mit den grie- chischen Traditionen vermischten und so den Rembetiko erschufen. Mit Vasilis Tsitsanis war er bis in die 50er Jahre äußerst beliebt (er machte den rauen Ton etwas melodischer und gab ihm sogar ei- nen Hauch von Schlager), Mikis Theodorakis bediente sich der Rembetiko-Musik und schuf das politi- sche Kunstlied der 60er Jahre, und der griechische Regisseur Kostas Ferris setzte ihm 1983 mit sei- nem gleichnamigen Musikfilm ein Denkmal, das im Jahr darauf bei den Internationalen Filmfestspie- len von Berlin mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Heute ist er die sinnlichste Musik in den angesagten Clubs von Athen. Seine Seele beschreibt DIE ZEIT in einem Beitrag vom 16. No- vember 2006 in nur einem Satz: "Der Rembetiko hat die Sehnsucht des Fado, die Kraft des Flamen- co und die Schwermut des Blues." ◊ MK


Hinweis:
Rembetiko - Der Film
Wer den mit einem Silbernen Bären ausgezeichneten Kultfilm von Kostas Ferris über die Rembetes in den zwielichtigen Tavernen Smyrnas und das dramatische Leben der schönen Marika noch einmal auf DVD sehen möchte, sollte zur Special Edition von 2004 greifen: Die Director's Cut-Fassung ist im griechischen Original und mit ihren zusätzlichen Szenen 38 Minuten länger als die Fassung von 1983. Die deutsche Sprache ist nur als Untertitel wählbar.

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